Inwiefern könnte intelligente Videoüberwachung* im öffentlichen Raum Kriminalität

Inwiefern könnte intelligente Videoüberwachung* im
öffentlichen Raum Kriminalität vorbeugen?

 

Wie würde es dir gefallen, wenn deine Gangart oder dein
Gesicht in öffentlichen Räumen wie Supermärkten oder Bahnstationen analysiert
und gespeichert wird? Dies ist momentan der Fall am Bahnhof Südkreuz und dem
danebenliegenden Supermarkt, in dem zahlreiche Kameras auf Passanten gerichtet
sind und ungewöhnliches oder auffälliges Verhalten analysieren und speichern.
Auch wenn diese Kollaboration zwischen Bundesinnenminesterium, Bundespolizei
und Bundeskriminalamt nur ein sechsmonatiger Versuch ist, um herauszufinden
inwiefern diese Methode effektiv ist, Vandalismus und Kriminalität vorzubeugen,
gibt es viele Kontroverse über dieses Thema.

 

Viele Leute, die der Meinung sind, dass Videoüberwachung
im öffentlichen Raum, beispielsweise an Bahnhöfen, Supermärkten oder großen
Plätze und Zentren, Kriminalität vorbeugen kann argumentieren, dass die
aktuelle Terrorgefahr wichtiger ist als das Recht der Bürger auf informationelle
Selbstbestimmung. Hinzu kommen die praktischen Fähigkeiten, die die Kameras
besitzen oder besitzen werden, um uns theoretische Erkennung und Intervention
zu ermöglichen. Sie könnten, beispielsweise erkennen, wenn eine Person stürzt
oder wenn ein Gegenstand abgestellt und längere Zeit nicht bewegt wird, was
einen großen Vorteil verschaffen würde, mögliche Kofferbomben frühzeitig zu
entschärfen. Die Kameras sind ebenfalls in der Lage, wahrzunehmen, dass sich
ein Menschengrüppchen über Stunden am Bahnhof aufhält und sich möglicherweise
immer wieder an anderen Stellen trifft. Dies wäre, laut der Polizei, ein
Hinweis auf Taschendiebe. Darüber hinaus, zeigt sich, anhand Umfragen oder
Abstimmungen, dass 60 Prozent, und damit die Mehrheit Deutschlands, Videoüberwachung
in öffentlichen Raum befürwortet, um Kriminalität vorzubeugen. Des Weiteren, gibt
es bereits Beweise dafür, dass Videoüberwachung effektiv ist. Die Kriminologen
Brandon Welsh und David Farrington haben, mithilfe von 44 Studien, bewiesen, dass
die große Anzahl von Kameras für 51 Prozent weniger Verbrechen in Parkhäusern
sorgen.  Außerdem, haben sich die
zahlreichen Kameras in London, was als einer der am besten bewachten Städte der
Welt gilt, als sehr hilfreich für die Vorbeugung von Kriminalität und die
Lösung von Fällen erwiesen. Da in London eine konstante Überwachung herrscht,
ist Deutschland im Gegensatz eher ein Entwicklungsland im Thema
Videoüberwachung, da Kameras in den meisten Fällen nur auf Anfrage von Läden oder
in öffentlichen Räumen, an denen die Kriminalitätswerte besonders hoch sind,
installiert werden. Deswegen sind viele Leute der Meinung, wir hätten noch viel
von der englischen Hauptstadt zu lernen. In Berlin sind momentan rund 15 000
Kameras aktiv. Abschließend, sei noch daran erinnert, dass Videoüberwachung sehr
günstig ist, da es nicht viel Personal benötigt.

 

Auch wenn sich manch gutes Argument dafür finden lässt,
dass Videoüberwachung im öffentlichen Raum vorbeugen kann, bringt das Thema
intelligente Videoüberwachung auch viele Kontroverse mit sich.

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Aufgrund der Tatsache, dass Kameras weniger Personal
benötigen, ist das Videomaterial extrem leicht zu manipulieren, da nur eine
geringe Anzahl von Personal anwesend ist. Zusätzlich, nehmen die Kameras vielen
Menschen ihren Job weg und unterstützen damit die vollkommene Digitalisierung. Viele
Menschen sind der Ansicht, dass die aufgenommenen Daten eventuell an Dritte
weiterverkauft oder weiterverarbeitet werden könnten. Zudem kommt die Tatsache,
dass die Kameras noch nicht genug getestet worden sind und deswegen könnte es
beispielsweise vorkommen, dass sie jedes Mal, wenn ein Schwerbehinderter
vorbeiläuft Alarm schlägt. Auch wenn es mal ein, von den Grünen eingeführtes,
Gesetz gab, dass die Benachrichtigung der betroffenen Person verpflichtete, ist
heutzutage jeglicher Eingriff erlaubt. Wenn sich die Kamera schon
fälschlicherweise dieses Gesicht gemerkt hat, kann sie Alarm schlagen, wenn sie
sie wiedererkennt. Demzufolge, könnten möglicherweise unschuldige Personen, wie
zum Beispiel Schwerbehinderte, aufgrund ihres ungewöhnlichen Verhaltens zu
Unrecht verurteilt oder bewertet werden. Besonders schwerwiegend ist, dass auch
wenn Kameras konkrete Verbrechen aufklären, sind sie meistens nicht in der Lage
Kriminalität zu verhindern. Terroristen oder Personen und Alkohol- oder
Drogeneinfluss lassen sich nicht von Videoüberwachung aufhalten, was folgendes
Beispiel beweist. Berlin, U-Bahnhof Schönleinstraße, gegen 2 Uhr an
Heiligabend: Mehrere junge Männer versuchen, einen schlafenden Obdachlosen
anzuzünden. Seine Kleidung brennt bereits, als Passanten einschreiten und dem
Opfer das Leben retten. Auch an diesem Bahnhof waren Videokameras installiert.
Zwar können die Täter erkannt werden, aber dennoch war niemand da um
einzugreifen. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Installation von
Videokameras, die auch Gesichter erkennen können, in die Privatsphäre und das
Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Bürger einschneidet. Es scheint
fast unmöglich Datenschutz und intelligente Videoüberwachung unter einen Hut zu
bringen. „Mit dieser Technik kann eben
auch die Totalüberwachung einer Gesellschaft organisiert werden”, sagt der
stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz. Sie habe nicht nur das Potenzial,
Gesichter zu erkennen, sondern auch, die Mimik algorithmisch auszulesen und
einzuordnen, in welchem Gemütszustand sich ein Mensch befindet. Dies ist für
viele Menschen unvorstellbar und dennoch unheimlich. Das heißt, dass es
wahrscheinlich nicht einmal möglich wäre verbreitet intelligente
Videoüberwachung installieren, weil sehr viele Leute dagegen protestieren
würden und sich viele Parteien des Bundestages intelligenter Videoüberwachung
widersetzen.

 

Wie schon erwähnt gibt es viele Meinungen über
intelligente Videoüberwachung. Um mir ein eigenes Bild der Situation zu
verschaffen, bin ich zum Bahnhof Südkreuz gefahren. Mir ist aufgefallen, was
für ein seltsames Gefühl es verursacht, wenn man weiß, dass man beobachtet wird,
man aber nicht weiß wie man sich verhalten soll, damit die Kameras einen als
„normal” klassifizieren. Persönlich bin ich, wie auch, SPD, Die Grünen, Die
Piraten und die LINKEN, der Meinung, dass intelligente Videoüberwachung im
öffentlichen Raum ein deutlicher Einschnitt in die Grundrechte des Menschen ist
und die Kameras Kriminalität nicht vorbeugen können. Meiner Meinung nach, ist
Videoüberwachung nur dann gerechtfertigt, wenn es Gefahren gibt, die diese
erforderlich machen. Eine mögliche Lösung für die vielen Kontroverse könnte
sein, dass man die Kameras weiterhin in gekennzeichneten Orten testet und
verbessert, um Fehler zu vermeiden. Ich aber dennoch, dass Deutschland in der
Zukunft kein Überwachungsstaat wird.

 

 

*Hiermit ist intelligente Videotechnik, die selbstständig
Gesichter erkennen kann gemeint.

 

 

Quellen (MLA)

 

Videoüberwachung im öffentlichen Raum, www.datenschutzzentrum.de/video/videoibt.htm.

 

Breyton, Ricarda. “Bundestag beschließt Ausweitung der Videoüberwachung
im öffentlichen Raum – WELT.” DIE
WELT, DIE WELT, 10 Mar. 2017,
www.welt.de/politik/deutschland/article162735087/Der-schmale-Grat-zwischen-Terrorabwehr-und-Ueberwachung.html.

 

Germany, Süddeutsche.de GmbH Munich. “”Kameras werden niemanden von
Straftaten abhalten”.” Süddeutsche.de,
www.sueddeutsche.de/panorama/ueberwachung-in-deutschland-kameras-werden-niemanden-von-straftaten-abhalten-1.3312098.

 

“Freiheit oder Sicherheit?” Fluter.de,
23 Nov. 2017, www.fluter.de/freiheit-oder-sicherheit.

 

Datenschutz, Von Dr. “Positionen der Parteien zum Thema
Videoüberwachung.” Datenschutzbeauftragter,
13 June 2017, www.datenschutzbeauftragter-info.de/positionen-der-parteien-zum-thema-videoueberwachung/.

 

“Testphase für Gesichtserkennung am Südkreuz ist gestartet.” Der Tagesspiegel,
www.tagesspiegel.de/berlin/neue-ueberwachungskameras-in-berlin-testphase-fuer-gesichtserkennung-am-suedkreuz-ist-gestartet/20120258.html.